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Elisabeth Simon an Andrea aus der Eifel

 

 

An die MdB Andrea Nahles

Platz der Republik 1

11011 Berlin

Den 27. November 2018

Jobcenter /Hartz IV /Niedergang der SPD

Sehr geehrte Frau Nahles,

Als im Berliner Tagesspiegel wieder erneut vom Niedergang der SPD die Rede war, beschloss ich Ihnen einen Brief zu schreiben, weil ich immer noch hoffe, dass es vielleicht in diesem Staat und in dieser Stadt zu einer Umkehr kommt.

Situation. Wir, dh.mein Mann und ich leben seit 1974 in Berlin.Wir waren immer SPD Wähler, dh. auch meine Kinder und Kinder meiner Geschwister und Bekannte, persönliches Netzwerk würde man heute  dazu sagen. Davon ist nichts mehr übrig geblieben. Keiner von ihnen wählt noch SPD.

Warum ? Ich muss dazu sagen, dass wir nicht zu der sonst, und meiner Meinung immer zu Unrecht der SPD zugehörigen Arbeiterklassse gehören. Aber ich denke, dass dies ein großer Fehler der SPD ist, dass Sie in Kategorien denkt, die schon lange obsolet sind.

Denn ein Grund ist artz HHartz IV und das dazugehörige Jobcenter. Ich betreibe als Verlag für Bibliotheks- und Informationwissenschaft noch eine Reihe für Neue Musik. Die Komponisten von Neuer Musik landen mit einer Promille Ausnahme alle im Hartz IV System mit den schrecklichen Erfahrungen, die durch das in dem der Anlage beigefügte Schreiben untermauert werden sollen. Es gibt keinen Bericht, der nicht von erlittlenen Demütigungen, Beschimpfungen, Drohungen handelt. Weiterhin sind die angebotenen Maßnahmen – wenn die Berichtenden noch genügend Humor haben- in ihrer Sinnlosigkeit eine Quelle permanenten Witzes. Das Jobcenter hat Macht und die übt es ungebremst aus und zwar besonders perfide an Menschen, die unter dieser Situation besonders leiden. Es ist nicht so, wie Herr Heil sagt, dass man gegen Menschen, die Termine nicht einhalten, Sanktionen ergreifen muss. Das ist ein kleines Problem, sondern diese widerliche, durch nichts gebremste Machtausübung ist das Problem. Warum überlegt die SPD nicht andere Wege. Warum werden, z.B. in Berlin, kleine Geschäfte,wie wir, abgewickelt, weil wir nicht den vom Finanzamt geforderten Gewinn bringen.

Auch wenn heute oft das Gegenteil behautet wird, wird die Basis für Tätigkeiten, wie sie dem Komponisten angeboten wird, immer kleiner, d.h. es wird mehr Menschen dafür geben als man eigentlich braucht. Aber  Neue Musik  ist für die Zukunft notwendig, denn sie fordert Geist und Klugheit, etwas, was in Deutschland einen hohen Stellenwert haben sollte. Da ist Österreich weiter, wie Sie an dem beigelegten Programm sehen können.

Setzen Sie sich für eine Änderung dieser Struktur ein. Rentenerhöhungen, die vielleicht für ein Restaurantessen reichen, weil gleichzeitig die Krankenkassenbeiträge steigen, versickern in dem Boden der Verzeiflung bei jungen Leuten, aber eben nicht nur dort, sondern auch bei den Eltern und allen, die am Schicksal der Menschen in diesem Land und der Zukunft interessiert sind.   

Mit freundlichen Grüßen

Elisabeth Simon, HonFCILIP