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Fein und Fett ----- BuchBerlin im Hotel Mercure in Berlin Moabit

Seit 5 Jahren baut Berlin eine eigene Buchmesse, beharrlich und mit wachsendem Erfolg. Das ist notwendig und erfreulich. Nicht nur, weil Berlin neben den nationalen Messen in Leipzig, Frankfurt, Wien und den lokalen in München auch seinen Platz in der kreativen Literaturszene zeigen sollte. Die Stadt  ist mehr als in den Jubelarien um Berlin definiert von einem Untergang seiner Innenstädte (ja es gibt in Berlin mehrere) durch Langweile und Proletarisierung bedroht. Die Sauberkeitskampagne unter dem schönen Namen Singapur endete nach drei Tagen in einer stärkeren Anhäufung von Dreck wie der Berliner Tagesspiegel am 10.12.2018  schrieb. Der Wunsch kleiner Verlage in den immer rarer werdenden Buchhandlungen vertreten zu sein, ist unweigerlich mit den dafür verbundenen Kosten verknüpft und daher für diese Utopie. Aber wenn Buchhandlungen verschwinden, Modelabels verdrängt werden, exquisite Nahrung zu Weihnachten nur noch von Aldi angeboten wird und Weihnachtsmärke die einzige Gelegenheit zur Begegnung, Austausch und islamistischem Terror sind,  den Kiezen die Luft ausgeht weil sie ihre Bindungskraft verlieren, dann ist unfeine Gewalt , schlechtes Benehmen, miese Laune und alles, was dazu gehört nicht weit.

Daher war BuchBerlin notwendig und willkommen. Fein hatten sich die Leute gemacht, in Kleidung aus der Sehnsuchtszeit 19. Jahrhunderts und man war gesprächsbereit und ließ sich einfangen von Titeln, Dekor und netten Menschen. Eigentlich alles wunderbar – wenn nicht der Blick auf die zunehmende Masse Mensch – nicht in Pfund- in Kilo- die sich durch die Gänge schob, den Beobachter nachdenklich machte.

Ja , es kommen immer mehr Besucher, und sie werden immer fetter. Es können nicht die Getränke sein, denn es gab Mineralwasser. Aber ein Blick in die angebotene Lektüre mag einen Hinweis geben: Liebe und Leidenschaft, Magic und Zauberei , eine Welt in Blau und Weiss und mit verborgenen Märchen- ein Austauschangebot der hier zum Lesevergnügen angebotenen Geschichten anstelle der immer neuen Ess- und Kochvergnügen zu steuernden Menschen. Ein Austausch ein Angebot – wir freuen uns auf Buch Berlin 2019 vielleicht ein paar Kilo leichter –Bücher statt Braten und fein gemacht!!! Nicht mehr.

                                                                                                                              Elisabeth Simon