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 Elektro-Autos: Ist der Akku defekt, droht der Totalschaden

Das Fahrverhalten, die Ladezyklen, viele Schnellladungen, Aufladen bis 100 Prozent und viele Einsätze im Winter, all dies beeinflusst die Haltbarkeit der Akkus in Elektroautos. Die Hersteller geben meist eine Garantie von 5 bis 8 Jahren, oder aber bis 100.000 bis 160.000 km Laufleistung, einige Wenige bis 250.000 km.

Was passiert aber, wenn nach 8 Jahren der Akku defekt ist?

Was gerne verschwiegen wird, ist, dass dies meist den wirtschaftlichen Totalschaden des Elektroautos bedeutet, da die Kosten für den Ersatz enorm sind und den Zeitwert des Fahrzeuges dann deutlich übertrifft.

Der Komplettaustausch kostet beispielsweise beim BMW i3 42 kWh 24.000 Euro, Renault Zoe 40 kWh 19.000 Euro, Nissan Leaf 30 kWh ebenfalls 19.000 Euro, VW ID3 52 kWh 14.450 Euro, beim Smart 16.000 Euro, beim Audi E-Tron 55 95 kWh 29.000 Euro, jeweils bei allen Fahrzeugen 2.000 Euro Werkstattkosten für den Wechsel.

Es gibt die Möglichkeit einzelne Zellabschnitte zu tauschen, wenn der Akku nur zum Teil beschädigt ist, dies kostet zwischen 1.000 und 4.000 je Zellabschnitt, auch wieder zuzüglich rund 2.000 Euro Werkstattkosten.

Wer also überlegt, ein neues E-Fahrzeug zu kaufen, sollte das immer im Hinterkopf behalten. Und man sollte sich vor dem Kauf über die Ersatzkosten beim Händler informieren und auch gründlich über die Garantiebestimmungen. Einige Hersteller verknüpfen die Garantie mit klaren Ausschlusskriterien, wie nicht aufgespielte Softwareupdates oder Tiefentladen durch Stehenlassen.

Wer ein gebrauchtes Elektroauto kaufen will, muss also unbedingt den Akku vorher in einer Werkstatt prüfen lassen, sonst drohen böse Überraschungen.

Daten und Zahlen: AutoStraßenverkehr,  23/2021, Text Ralf Küppers